Mediation im beruflichen Kontext

Elke Waldhardt

Polizeihauptkommissarin

Dr. Frauke Bastians

Dipl.-Psychologin

Frauke Bastians Elke Waldhardt

Wenn es um die Bewältigung von Konflikten geht, stehen uns unterschiedliche Möglichkeiten zur Verfügung. Eine Option, in der alle Konfliktbeteiligten ihr Gesicht wahren und gemeinsam eine nachhaltig tragfähige Lösung erarbeiten können, ist die Mediation. Unser inhaltliches Konzept stellen wir Ihnen gern auf den folgenden Seiten vor - aber erst möchten wir eine der häufigsten Fragen beantworten, mit der wir persönlich in der Mediationspraxis konfrontiert sind: „Eine Psychologin und eine Polizeibeamtin, wie sind Sie denn zur Zusammenarbeit gekommen?“

Die Antwort ist relativ simpel – wir ergänzen uns gut. In Konfliktsituationen ist die Komplexität bisweilen groß, der Erfahrungshorizont der Konfliktvermittler aber sehr homogen. Wir bringen das psychologische Verständnis und den systemischen Werkzeugkoffer mit, verfügen aber auch über Erfahrungen in der Deeskalation und die bisweilen notwendige sanfte Bestimmtheit. Die zweijährige Mediationsausbildung haben wir gemeinsam absolviert.

Seit 2005 arbeiten wir zusammen – zunächst am Institut für Aus- und Fortbildung der Polizei NRW auch in der gleichen Organisation, seit 2007 in unterschiedlicher Anbindung, aber mit dem gleichen Ziel: Die Arbeitsfähigkeit von Personen oder Teams zu erhalten und Reibungsverluste zu minimieren. Denn wir finden es gut, wenn auch unsere Klienten Unterschiedlichkeit schätzen und gut zusammenarbeiten. Und wenn das zwischen einer Psychologin und einer Polizeivollzugsbeamtin klappt (was nicht immer einfach war), dann geht das (fast) überall.

Wir freuen uns, von Ihnen zu hören!

Elke Waldhardt


Eifelwall 34
50674 Köln
Telefon: (02 21) 960 200 70
elke.waldhardt(at)gmx.de

Dr. Frauke Bastians


Eifelwall 34
50674 Köln
Telefon: (02 21) 960 200 70
post(at)fraukebastians.de

Was wir unter Mediation verstehen

Gerichtsverfahren kosten viel Geld und sind langwierig. Seit einiger Zeit gewinnt daher die Mediation als Methode zur Konfliktbearbeitung an Bedeutung – nicht zuletzt durch die Erarbeitung eines eigenen Mediationsgesetzes. Aber was ist Mediation eigentlich? Eine Mediation ist der lateinischen Wortbedeutung nach eine Vermittlung. Im Fall eines Konflikts unterstützt der Mediator die Konfliktparteien dabei, eine einvernehmliche Lösung zu finden. Die in der Mediation erarbeiteten Lösungen sind individuell und z.T. kreativ – deutlich mehr, als es ein Gerichtsurteil wäre. Daher passen die Lösungen auch besser zu den Bedürfnissen und Wünschen der Konfliktparteien. Mediation im Arbeitsleben ist für Konflikte zwischen einzelnen Personen oder Personengruppen ebenso geeignet wie für Konflikte zwischen Teams oder Unternehmensbereichen.

Der Mediator ist allparteilich, d.h. er berücksichtigt die Anliegen und Bedürfnisse aller Konfliktparteien. Jeder hat die Möglichkeit, seine Positionen einzubringen und für seine Erfahrungen Gehör zu finden. Der Mediator moderiert den Prozess der Konfliktklärung und hilft den Konfliktparteien dabei, erlebte Kränkungen und Gefühle von den Sachthemen zu trennen, um zu einer gemeinsamen Lösung zu kommen.

Der Prozess einer Mediation verläuft in persönlichen, gemeinsamen Gesprächen der Konfliktparteien mit dem Mediator. Der Mediator ermöglicht es den Parteien, sich über ihre Ziele und Interessen Klarheit zu verschaffen und sie auszusprechen. Die strittigen Themen werden Schritt für Schritt bearbeitet, kreative Lösungsmöglichkeiten entwickelt und faire Regelungen gesucht. Die gemeinsame Lösung wird in einer schriftlichen Vereinbarung festgehalten, die von allen Konfliktparteien anerkannt wird. Die Mediation ist zu Ende, wenn diese Vereinbarung getroffen werden konnte.

Besonders sinnvoll ist eine Mediation, wenn die Konfliktparteien auch künftig noch miteinander arbeiten oder umgehen wollen oder müssen. Im Berufsleben ist es häufig so, dass Menschen ihren Konfliktpartnern nicht beliebig aus dem Weg gehen können, und in manchen Unternehmen steigen die Konfliktkosten auch dadurch massiv an, dass bisher unbeteiligte Personen in den Konflikt hineingezogen werden und sich zusätzlich zu den Konfliktparteien selbst an der Auseinandersetzung beteiligen.

Einsatzgebiete

Die Einsatzgebiete für Mediation sind vielfältig. Mediation bietet sich immer dann an, wenn zwischen Konfliktparteien offene Streitpunkte bestehen, die einer Klärung bedürfen. Wir konzentrieren uns auf Konflikte im Kontext des Berufslebens (Wirtschaftsmediation).

Abgrenzung zu anderen Beratungsformen

Mediation ist keine Rechtsberatung, Gütestelle, Gerichts- oder Schiedsverfahren: Der Mediator spricht kein Recht und fällt keine Urteile oder Entscheidungen. Er vertritt nicht die Interessen einer Seite des Konflikts, sondern handelt allparteilich.

Mediation ist keine Verhandlung: In einer Verhandlung sind Qualität und Atmosphäre der Beziehung zwischen den Verhandlungspartnern nicht unbedingt kritisch. In der Mediation allerdings schon – daher geht es zuerst meist um Vertrauen und Anerkennen der gegenseitigen Bedürfnisse. Dieses Herstellen einer Beziehung ist in Verhandlungssituationen meist nicht notwendig.

Mediation ist keine Beratung oder Supervision: Beratung und Supervision finden in der Regel nur mit einer Partei statt und müssen keinen Schwerpunkt in der Klärung von Konflikten haben.

Mediation ist keine Psychotherapie: Mediation ist kein Heilverfahren und nicht für die Bewältigung von Lebenskrisen geeignet.

Mediation ist keine Manipulation: In der Mediation werden keine manipulativen Methoden (Hypnose, Programmierung usw.) eingesetzt, denn es geht um die Konfliktklärung zwischen zwei oder mehr selbstreflektierenden Menschen.

Vorteile von Mediation gegenüber anderen Verfahren zur Konfliktbearbeitung

  1. Am Ende der Mediation gibt es keine „Gewinner“ und „Verlierer“, die Konfliktbeteiligten können ihr Gesicht wahren. Das Risiko für „Vergeltungsschläge“, „Nachtreten“ oder spätere Unzufriedenheit ist gering.
  2. Die Lösungen, die durch Meditation erreicht werden, sind differenziert, da die Bedürfnisse und konkreten Situationen der Konfliktparteien berücksichtigt werden. Sie sind daher tragfähiger als Urteile dritter Instanzen.
  3. Mediation spart Zeit, Kraft und Geld, das ggf. für lange und aufwändige Gerichtsverfahren nötig wäre.
  4. Im Gegensatz zu Gerichtsverfahren sind Mediationen nicht-öffentlich und vertraulich.
  5. Meditation reduziert die Konfliktkosten innerhalb des Unternehmens, die auch durch die Beschäftigung „Außenstehender“ mit dem Konflikt entstehen. Mediation kann ein positives Betriebsklima wiederherstellen.
  6. Am Ende der Mediation besteht die Chance, dass die Arbeitsbeziehungen zwischen den Konfliktparteien aufrechterhalten oder wiederhergestellt werden und eine Zusammenarbeit (wieder) möglich wird.

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